Familiencamping IJsselmeer Hindeloopen

Wenn ich diesen Campingausbau verkaufe, dann muss er auch vorher ausgiebig von mir genutzt werden. Klaro. Und zwar unter erschwerten Bedingungen: Von einem Camping-Greenhorn (ich) und meinem Anhang (sieben und neun Jahre).

„Kinder wir fahren mit Skippy über Fronleichnam nach Holland!“

„Yipppie“ – ich weiß genau, was in diesem Moment durch zwei Kinderhirne zieht: Einkaufen bei Hema und Berge von Erdbeer-Vanille Vla im Kofferraum – unser übliches Maastricht Programm. Und weil die beiden wissen, dass wir mit dem Bus fahren, haben sie das Volumen im Kopf schon mal hochgerechnet: Hagelslag und Pindakaas bis Jahresende…

Den Bus haben wir bei strahlendem Sonnenschein abgeholt und Urlaubsfeeling macht sich breit. Fertig zum Packen: Jeder bekommt eine flache Box für Klamotten, Kuscheltier und Beautycase. In die tiefen Boxen wandern Schuhe, Jacken, Badezeug (inkl. Meerjungfrauenflosse), Handtücher und Bettzeug. Vorne wird die Kühlbox bestückt, in den Boxen unter den Sitzen Brot, Kekse, Nutella (Mama, warum nehmen wir das mit, wir fahren doch nach Holland…). Dann noch Frischwasser in die Tanks der Küchenbox.

Alles andere ist schon drin: Kochgeschirr und Co., Heckzelt, Matratze. Oder drauf: das Dachzelt.

Eine wohlüberlegte Auswahl an Musik- und Kinder-CDs. Los geht´s!

Dreieinhalb Stunden, ein Besuch bei Mc Donald´s und der ernsthaften Überlegung die Kinder auf getrennten Sitzbänken fahren zu lassen später, begrüßen uns die bunten Kites der Kite-Surfer hinter dem Deich.

Nach erfolgreicher Stellplatzsuche klappen wir erst mal alles auf, was hoch- und seitklappbar ist. Räder runter vom Fahrradträger, dann sind die Kinder schon mal raus.

Und ich muss eigentlich auch nicht viel machen. Markise ausfahren, Stühle und Tisch aufbauen, Kaffee kochen, fertig.

Abends wird es dann noch mal spannend. Zuerst stelle ich die grandiosen Vorteile des Heckzelts fest. Umziehen im Stehen. Die Picknickdecke haben wir untergelegt, Jeder kommt an seine Box und fingert nach Schlafanzug und Zahnbürste.

Bettzeug raus und dann Schlaffläche aufbauen. Die Kindersitze haben wir schon ins Baggagezelt gepackt. Genauso das Spielesammelsurium. Trotzdem will das abgewaschene Geschirr, Limoflaschen, halbvolle Chipstüten und Fotoausrüstung an einen Platz wo es hingehört oder wo es wenigstens nicht stört. Jetzt Tischplatte anstecken, Stützbeine angeln, Rücksitzbank umklappen. Matratze zurechtlegen, Decken und Kissen verteilen, Mücken rausscheuchen. Voilà:

(plus Kuscheltiere, Decken, Kopfkissen, Bücher und Taschenlampe…)


Und das Heckzelt?

Muss abgebaut werden, heute keine Experimente mit „schlafen bei offener Heckklappe“. Geht schnell, will aber auch ordentlich verstaut werden.

Oh, wir haben die Verdunklung für´s Heckfenster vergessen…

Während der schönen Tage genießen wir Friesland, das Meer und den Campingplatz in vollen Zügen. Der Gaskocher erwärmt zuverlässig Kaffeewasser, Nudelwasser und Spülwasser, aber auch Gulaschsuppe und Ravioli. Ich erwäge schon die Anschaffung des Grillaufsatzes.

An den nächsten beiden Abenden sparen wir uns das Aufräumen fürs Sitzeumklappen der Schlaffläche und ziehen ins Dachzelt. 125 cm Liegefläche lassen sich mit zwei halben Portionen gut nutzen, wenn nicht alle Schulter an Schulter schlafen, sondern man die Kinder auf taillenhöhe positioniert. Länger als vier Nächte würde ich das nicht durchhalten, aber dann sind die Kinder so akklimatisiert, dass ich ins Fahrzeug runterziehen kann (-merken für Frankreichurlaub im Sommer).

Fazit unseres Abenteuerausflugs:

Camping mit Kindern ist auch immer Geräume von allem möglichem Zeugs (jedenfalls für eine undisziplinierte Familie). Darum war das Baggagezelt eine gute Idee. Das Heckzelt ist noch wichtiger als das Kochmodul. Man braucht unbedingt ein bisschen geschützten Raum, in dem man aufrecht stehen kann. Ohne Dachzelt geht es zwar auch, aber für längere Fahrten ist es ab drei Personen echt empfehlenswert. Erst recht, wenn man abends den Fahrzeuginnenraum noch nutzen möchte.

Nach schlappen sechs Stunden Heimweg, ohne Besuch bei Hema und mit nur drei Packungen Vla im Gepäck, trage ich bei Regen die Klamotten-Boxen ins Haus und in den Wäschekeller. Kühlbox und Fressbox in die Küche.

Tschüss Skippy, wir sehen uns in Frankreich!

Wollt ihr Skippy auch mal aus der Nähe sehen? Alles ausprobieren, hoch- und umklappen? Dann sendet uns eine Mail. Vielleicht führt uns unsere nächste Tour an eurer Haustür vorbei!